Gedenken in einer Zeit des Vergessens

Auch nach 69 Jahren  gilt es, die Ereignisse in Erinnerung zu behalten: Am 27. Jänner 1945 befreite die Rote Armee das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau. Mehr als eine Million Menschen – mehrheitlich Jüdinnen und Juden – wurden im größten Vernichtungslager der Nationalsozialisten ermordet – eine Erinnerung an die Opfer ist eine gesellschaftliche Verantwortung für das Geschehene. Insgesamt brachten die Nationalsozialisten rund sechs Millionen Juden um.

Kurz vor der Befreiung des Lagers evakuierte die SS die noch etwa 60.000 Häftlinge aus dem Gebiet, größtenteils trieben sie die völlig entkräfteten Insassen in Todesmärschen nach Westen.

Ein entschlossenes „NIE WIEDER“ muss eine Wiederholung des Holocausts verhindern.

Im Alltag ist es besonders wichtig, gegen Rassismus, Antisemitismus und Gewalt eindeutig Stellung zu beziehen. Auschwitz als Symbol für den nationalsozialistischen Völkermord muss eine „Warnung“ bleiben, welches Leid aus Rassismus, Ausgrenzung und Intoleranz entstehen kann.

Der Jahrestag der Befreiung des KZ Auschwitz ist seit 2005 international der Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus.

Anlässlich des Gedenktages fand am Montag ein Rundgang zu Grazer Stolpersteinen statt

Der Verein für Gedenkkultur verlegte im Juli 2013 die ersten Stolpersteine in Graz – ein Projekt, mit dem an das Schicksal jener Menschen erinnert wird, die während der Zeit des Nationalsozialismus ermordet oder vertrieben wurden.

 

Stolpersteine

 

(Links: Verein Stolpersteine ; www.jetztzeichensetzen.at)

In der heutigen Zeit wird uns die Gefahr des Vergessens allerorts in Erinnerung gerufen. Weltweite Konflikte der jüngsten Vergangenheit haben eine bedrohliche Dimension angenommen, vielerorts sind wieder Intoleranz, Ausgrenzung und Verfolgung die Wurzeln von kriegerischen Auseinandersetzungen. Der Auftrag ergeht an jede_n Einzelne_n mehr zu unternehmen, um dieses gefährliche Gedankengut, das einst auch Konzentrationslager entstehen ließ, zu bekämpfen.

Im Rahmen von zeitgeschichtlichen Erinnerungs- und Gedenkprojekten begleitete die ARGE Jugend gegen Gewalt und Rassismus in den letzten zehn Jahren auch zahlreiche Jugendprojekte.

Der Holocaust liegt auch heute noch außerhalb der Grenzen des menschlich Fassbaren. Unbegreiflich erscheinen die Grausamkeiten, das Ausmaß der Verbrechen und die Planung und Organisation der Massenermordung. Eine historische Spurensuche vor der eigenen Haustüre leistet einen Beitrag, um das Unfassbare für Jugendliche ein wenig begreifbarer zu vermitteln.

Steirische Erinnerungs- und Gedenkprojekte finden Sie unter:

www.erinnern.at/bundeslaender/steiermark/schulprojekte

B. R.

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